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Es war mir selbstverständlich, Mitglied der DPV Deutsche Parkinson-Vereinigung zu werden. Der Jahresbeitrag ist maßvoll und ich schätze die Informationshefte sehr, weil sie Wissen abrunden.
Meine Strategie soll in erster Linie helfen, den fortgesetzten Dopaminabbau zu verlangsamen und Leovodpa als „Dopamin-Zufütterung“ so lange wie möglich zu vermeiden. Mein Neurologe und ein Professor (Mitglied des Deutschen Kompetenznetzes Parkinson, organisiert von der Uni Marburg) bestätigten sie als richtig.
Ende 2006 formuliert, besteht sie aus vier Stufen:
Stufe 1: Erhöhung des aktuellen Dopaminspiegels durch Medikamente, die den natürlichen Abbau des Dopamins behindern: wenn weniger abgebaut wird, hat der Körper mehr zur Verfügung. Eine Gruppe dieser Medikamente sind die MAO-B Hemmer. Die Einnahme von 1mg AZILECT täglich bewährt sich gut. Der Dopaminwert stieg von Dezember 2006 bis März 2007 von 152 auf 197, also so gerade wieder in die Toleranzzone hinein.
Stufe 2: Arbeiten mit einem der vielen Agonisten; das sind quasi „Dopamin-Simulatoren“, sehr vereinfacht ausgedrückt.
Stufe 3: Einnahme von Levodopa. Der Stand der Erkenntnisse von 2006 besagt, dass Levodopa in der Wirkung nach 5 bis 7 Jahren nachlässt und dann die Dosis erhöht werden muss, dem aber auch Grenzen gesetzt sind und ich frage mich, welche Optionen habe ich noch, wenn diese Grenze erreicht ist. Die Information aus neueren Studien besagt, dass dem Nachlassen der Wirkung nicht so sei. Nun gut; es ist mein Körper, und ich bleibe b.a.w. bei der Zielsetzung, Levodopa so lange wie möglich zu vermeiden.
Stufe 4: Das ist die Tiefe Hirnstimulation, sozusagen der Herzschrittmacherlogik folgend ein Hirnschrittmacher. Da werden eine Sonde ins Gehirn und ein Schrittmacher in der Brustgegend eingesetzt. Berichte über die Erfolge sind ermutigend. Aber ich fühle mich im Frühjahr 2008 noch viel zu weit weg von dieser Option.
Strategieergänzung, Sommer 2011
Im Sommer 2011 befinde ich mich in Stufe 3 meiner Strategie und bin zufrieden, dass ich seit knapp drei Jahren mit den gleichen Medikamenten klassischer Medizin auskomme. Ich bin überzeugt, dass dieser Teilerfolg der naturheilkundlichen und homöopathischen Begleitung zu verdanken ist.
Die Beobachtung ist allerdings auch, dass im letzten Halbjahr (seit April 2011, am Ende meines vollen fünften Jahres) eine Verschlechterung derart eingetreten ist, dass sich das Zittern vom Arm auf andere Körperteile ausdehnt, intensiver und andauernder geworden ist und ein gewisser „Drang zur Bewegungsarmut“ eintritt. Wenn ich dann meinen Zustand von vor einem Jahr betrachte und mir vorstelle, wie der Zustand in einem weiteren Jahr sein könnte, veranlasst mich das zu einer Erweiterung der Strategie.
Im September 2011 habe ich den Beschluss gefasst, einen mindestens drei Jahre umfassenden Weg mit John Coleman zu gehen, der selbst von Parkinson betroffen war und nach drei oder vier Jahren wieder symptomfrei geworden ist, siehe http://www.returntostillness.com.au/home.php . Sein Behandlungsansatz ist auf den ganzen Körper ausgerichtet und insbesondere auf die Wiederherstellung der vollen Funktionsfähigkeit aller Zellen und damit auch der Nervenzellen. Die Chance zur Wiedergewinnung der Symptomfreiheit fußt nach meinem Verständnis auf vier Säulen:
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Coleman sagt, dass die Ursache für Parkinson nicht unbekannt ist. Parkinson ist im Wesentlichen stressbedingt: in Gefahrsituationen werden enorm viel Adrenalin und andere Stresshormone ausgeschüttet, die alle Zellen in Alarmzustand versetzen, damit die Gefahr gemeistert werden kann. Durch „Kampf oder Flucht“ werden die Stresshormone wieder abgebaut und die Zellen bleiben gesund. Der moderne (Büro-) Mensch hat den gleichen Stress, kann ihn aber nicht durch Kampf oder Flucht abbauen und somit bleiben die Zellen sozusagen in Anspannung und Kampfbereitschaft, was sie auf Dauer schädigt. Der Ansatz, die Symptomfreiheit über die Wiederherstellung der vollen Zell-Funktionsfähigkeit zu erreichen zu versuchen, ist nach meiner Kenntnis der erste, der die Parkinson-Ursachen angeht und nicht nur die Symptome behandelt. Die Prozentangaben kennzeichnen bis zu welchem Maße eine einzelne Säule zum Genesungserfolg beitragen können.
Der Schlüssel liegt in einer verbesserten Lebensführung mit - Akzeptanz der Krankheit und der eigenen Person - Lachen, viel Lachen - Meditation - gute Ernährung - regelmäßiger körperlicher Betätigung.
Ich betrachte diese Strategieergänzung als einen viel versprechenden Versuch, bei dem ich nichts verlieren kann. Einer nach klassischer Lesart zu erwartenden kontinuierlichen Verschlechterung möchte ich nicht tatenlos zusehen, dafür fühle ich mich mit knapp 68 Jahren noch zu jung.
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