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Brennende Fragen

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Darf die Bevölkerung der Erde weiter unbegrenzt wachsen?

Terrorismus, Eindämmung durch wirtschaftliche Aufbauprogramme

Globale Sozialverantwortung nationaler Regierungen

Biokraftstoffe und ethische Verantwortung

 

Darf die Bevölkerung der Erde weiter unbegrenzt wachsen?Weltkugel umrahmt
März 2010

Wir sprechen beschönigend vom Klimawandel, weil sich ja alles nur so langsam ändert; wir scheuen die Begriffe Klimakrise oder realistischer noch Klimakatastrophe. Seit den 1970er Jahren wissen wir, dass die Luftverschmutzung der Atmosphäre schon so weit fortgeschritten ist, dass sich die Erde mehrere Jahrzehnte lang weiter erwärmen wird, selbst wenn die Luftverschmutzung ca. 1980 eingestellt worden wäre. Wir verschmutzen aber lustig weiter. Also werden sich die Temperaturen noch viele, heute gar nicht absehbare, Jahrzehnte weiter erhöhen. Die politische Willenserklärung, den Temperaturanstieg auf 2°C zu begrenzen ist Illusion, bevor darüber überhaupt Einigung erzielt worden wäre.

Spätestens das Scheitern des Klimagipfels 2009 in Kopenhagen hat gezeigt, dass immer noch einzelstaatliches Denken überwiegt, obwohl jedermann seit Tschernobyl wissen muss, dass von einem Land erzeugter Dreck auf alle anderen Länder herunter regnet.

Positiv ist zu vermerken, dass die Bemühungen um das Eindämmen der Klimakrise weiter gehen und sie werden auch Erfolge zeitigen. Doch wird noch viel zu wenig diskutiert, dass als Folge der nachhaltigen Schädigung des Klimas

  • eine Bodenkatastrophe bereits vorprogrammiert ist (Austrocknung, Überdüngung),
  • eine Meereskatastrophe gleichermaßen (Erwärmung, Müllhalde) und vor allem, dass
  • alle Erfolge zur Klimarettung null und nichtig werden, wenn die
    Bevölkerung der Erde weiterhin ungebremst wächst.

Die Vereinten Nationen stellen heute schon fest, dass die Anzahl Hungernder weiter steigt und 2009 bereits bei einer Milliarde liegt, bei knapp 7 Milliarden Gesamtbevölkerung.

Wir sehen, dass die Ressourcen knapp werden und wir sehen, dass daraus ein kaum einschätzbares Spannungspotenzial erwächst. Wir können erahnen, dass das weiterhin ungebremste Bevölkerungswachstum die Klima- und Sozialprobleme drastisch verschärfen wird.

Aus christlicher Sicht haben wir aber alle einen Auftrag zur nachhaltigen Bewahrung der Schöpfung, jawohl: jeder einzelne, jede Organisation, jede Regierung. Und alle können dazu beitragen, wenn sie wollen. Dieser Wille sei ethische Verpflichtung!

Was bleibt zu tun?

Die Zusammenhänge können einer breiteren Öffentlichkeit noch intensiver bewusst gemacht werden, damit jeder sein verantwortliches Handeln entsprechend gestalten kann. Neben jedem Einzelnen sind insbesondere Wissenschaft, Politik und Kirchen zum Handeln aufgerufen, dem unbegrenzten Bevölkerungswachstum entgegenzusteuern.

Die Wissenschaft sollte die Formel für eine regional verantwortbare Bevölkerungsdichte entwickeln.

Die Politik ist aufgefordert, die notwendigen nationalen Regelungen und vor allem wirksame internationale Verträge herbeizuführen.

Den Kirchen kommt eine umfassende Aufklärungsaufgabe zu und die katholische Kirche ist aufgerufen, eine Abstufung des Dogmas zur Empfängnisverhütung zu beschließen und wirksam werden zu lassen; eine Abstufung, die der demographischen Entwicklung Rechnung trägt und einer sozialverantwortlichen und regional spezifischen Flexibilisierung Raum lässt sowie die persönliche Eigenverantwortung in den Vordergrund stellt.

Weiterführende Gedanken und der Dialog mit Wissenschaft, Parteien und Kirchen sind auf der Website
http://www.kaguigu.com/Bevoelkerungswachstum-unbegrenzt/ wiedergegeben.

Dieser Artikel kann hier heruntergeladen werden.

 

Terrorismus, Eindämmung durch wirtschaftliche Aufbauprogramme

 Zitat Tagesschau 20.3.2008:

Saddam ist weg - ansonsten fällt die Bilanz verheerend aus    Zehntausende Menschen starben, Al Kaida ist stärker denn je, der Antiamerikanismus weltweit gestiegen. Die Bilanz fünf Jahre nach Beginn des Irakkriegs fallen verheerend aus…“

Es könnten beliebige weitere Zitate und Bilder beigebracht werden, aber das möchte ich nicht. Ich frage nach Symptomen und Ursachen.politische Weltkarte 100060


Die Symptome sind vielfältig, meist  Attentate, die viele Menschen in den Tod reißen, die nur ihr ganz normales Leben führen wollten. Wir sehen sie seit Jahrzehnten, doch geändert hat sich nichts. Wir sind jedesmal wieder entsetzt oder haben uns schon daran gewöhnt, schauen gar weg?

An den Symptomen wird eifrig kuriert: Attentate werden aufgeklärt, Schuldige verurteilt, Grenzkontrollen verschärft, Fotos gesammelt, Fingerabdrücke beim Grenzübertritt abgenommen, Fingerabdrücke von Millionen Bürgern, um damit vielleicht einigen Menschen auf die Spur zu kommen. Es werden Gesetze verschärft und mancher Staat scheint sich einzuigeln, völlig ignorierend, dass seine Infrastruktursysteme hoch verletzlich bleiben.

Der medizinische Sprachgebrauch ist angebracht: an Symptomen wird kuriert, an den Ursachen nicht. Der Patient bleibt krank, obwohl  Ursachen seiner Krankheit weitgehend bekannt sind.

Terroristen haben nichts zu verlieren, weder wirtschaftlich noch geistig. Sie leben in Hass und werden darin weiter geschult. Sie sterben nicht aus, Selbstmordattentäter werden zu Helden stilisiert. Warum haben sie nichts zu verlieren? Warum hassen sie andere Menschen und Staaten? Was haben ihnen diese zuleide getan?

Neben vielen emotionsbezogenen Ursachen ist mit großer Wahrscheinlichkeit das wirtschaftliche Gefälle eine der Hauptursachen. Und da ließe sich viel ändern. Wirtschaftliche Aufbauprogramme können Wohlstand mehren helfen. Je größer des Menschen Wohlstand, desto größer auch sein Bewusstsein, dass er etwas zu verlieren hat, desto geringer sein Neid-Hass-Potential.

Es gibt schon viele Wirtschaftsaufbauprogramme. Auch die EU und die Vereinten Nationen bemühen sich. Aber der Durchbruch ist nicht geschafft.

Was wären gute Regierungschefs? Solche, die  Wirtschaftsaufbauprogramme in Höhe von 50% der Militärausgaben in Gang setzten? Sicher, auch wenn solche Programme nur langfristig helfen. Terrorismus gibt es auch schon lange, aber seinen Ursachen nicht ausreichend und mit langem Atem entgegenzuwirken, lässt ihn nur weiter blühen.

Es  lohnt sich, für unsere Kinder und Enkel, dies mit verantwortlichen Politikern zu thematisieren.
In allen Staaten. In allen Parteien.
Jeder kann das tun,
privat wie öffentlich
mündlich wie schriftlich. 

Sieh dazu auch den ARD BLOG                         zurück zum Inhalt

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Globale Sozialverantwortung nationaler Regierungen;

AA008024Beispiel Brasilianischer Regenwald:
Wenn Satellitenaufnahmen zeigen, dass in wenigen Jahren eine Fläche in der Größe der Schweiz gerodet wurde, programmiert das eine markante Änderung des Klimas, weit über Brasilien hinaus. Brasilien steht hier nur stellvertretend für die Grundsatzfrage:

Sind sich heutige Regierungen bewusst, dass sie eine globale gesellschaftliche Verantwortung tragen, die weit über ihre Hoheitsgrenzen hinweg geht, weil ihr Handeln alle Menschen betrifft?

Wenn Regierungen diese Verantwortung nicht wahrnehmen und damit letztendlich die Menschenrechte der Bewohner anderer Länder verletzen, wer wäre ihr Richter?

Was sagen wir unseren Kindern und Enkeln, wenn sich das Handeln von Regierungen anderer Länder auf ihr Leben auswirkt?

Mögliche Antworten/Aktionen:

  • Förderung der Zusammenarbeit von Regierungen, weit über die heutigen Möglichkeiten von z.B. UNO und Weltbank hinaus
  • Anregung von Konferenzen derjenigen Länder, die gemeinsam etwas verbessern wollen; sozusagen Spezialkonferenzen, die zu selbstverpflichtenden verbindlichen Abkommen führen, mit gegenseitiger Selbstkontrolle ihrer Umsetzung
  • Wahl derjenigen Parteien, die aufrichtig und weitsichtig handeln und das ökologisch Notwendige mit dem ökonomisch Sinnvollen verbinden
  • Organisation eines besser abgestimmten Verbraucherverhaltens
  • ....

Was meinen Sie? Welche Vorschläge haben Sie?

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Biokraftstoff und ethisch-soziale Verantwortung

Kürzlich hieß es, dass die Preise für Agrarprodukte wegen der gestiegenen Nachfrage anziehen werden. Das rüttelte mich wach. Bislang dachte ich: Tolle Technik, dass das jetzt auch geht, Benzin und Diesel aus den sogenannten „nachwachsenden Rohstoffen“ zu erzeugen. So denke ich nicht mehr.

Der Naturkreislauf hat sich in jahrtausendelanger Evolution so ausgebildet, dass Pflanzen als Nahrungsquelle für die gesamte Fauna dienen; zu der gehört auch der Mensch. Er ist von einer intakten und ausreichend vorhandenen Flora abhängig. Die für Pflanzen geeigneten Flächen der Erde sind nicht beliebig vermehrbar, sodass auch nicht beliebig viel „Biomasse“ (welch schöpfungsverachtendes Wort!) erzeugt werden kann. Aber die Menschheit wächst weiter, und jeder Mensch möchte zu essen haben. Ich fühle, dass ein „Grundrecht auf ausreichende Ernährung“ diskutiert werden wird.Weizen teuerer Rohstoff, Südd 2008-02-12

Es ist erst gute 150 Jahre her, dass Europa Angst hatte, seine wachsende Bevölkerung ernähren zu können. Die Dreifelderwirtschaft war übliche Praxis, damit sich der Boden erholen könne, um im Folgejahr wieder ertragreich zu sein: zwei Felder wurden beackert, eines lag brach, jeweils im Jahreswechsel. Wie wurde doch 1852 die Erfindung des Kunstdüngers durch Justus Liebig begrüßt: nun konnten alle Flächen ohne das Dreifeldersystem bewirtschaftet und obendrein größere Ernten erzeugt werden. Europas Angst war überwunden, einstweilen.

Wenn heute Pflanzen zunehmend für „naturfremde Zwecke“ verwendet werden, lässt das widersprüchliche Aspekte aufkommen:

  • als nur eines von vielen Beispielen: die Welthungerhilfe informiert uns mit beachtlichen Zahlen. Wir werden um Spenden gebeten, die Hungernden helfen
  • Wir zahlen Steuern, womit u.a. die Erzeugung von Bio-Diesel gefördert wird (der Verband der Biokraftstoffhersteller ließ öffentlich wissen, dass der Absatz seit der Reduzierung der Steuerförderung sehr stark zurück gegangen ist)
  • Wir erhalten Bilder vom vermehrten Soja-Anbau auf gerodeten Urwaldflächen, wo die Urwälder doch Klimamacher sind.

Es ließen sich viele weitere Aspekte aufführen, die aber die Grundsatzschlussfolgerung nicht ändern: Da die Menschheit weiter wächst und die Anbauflächen begrenzt bleiben, werden Pflanzen immer ein knappes Gut bleiben und es werden Menschen hungern. Zu Kraftstoff verarbeitete Pflanzen sind der Verwendung als Nahrung entzogen.

Man mag einwenden, dass Biokraftstoff vornehmlich aus Raps erzeugt wird, und Menschen ja keinen Raps essen.
Gut, aber die Flächen können ja auch für essbare Pflanzen verwendet werden.

Ich folgere daraus:

Unter ethischen Aspekten ist die Verarbeitung von Pflanzen zu Kraftstoffen nicht verantwortbar.
Ziel sollte folglich sein, Biokraftstoffe ganz vom Markt zu nehmen.

Was bleibt zu tun? Es gibt sicher diverse Optionen, z.B.:

  • Würden Zeitungsartikel das öffentliche Bewusstsein schärfen helfen?
  • Sollte jedermann mal kritisch darüber nachdenken? Nicht nur in Deutschland?
  • Sollte ein zuverlässiges Institut eine nachvollziehbare Ökobilanz aufstellen
  • Sollten Autofahrer keine Biokraftstoffe mehr tanken?
  • Sollte der Deutsche Ethikrat sich mit der Problematik befassen, damit eine breitere Öffentlichkeit erreicht wird?
  • Da auch die Rohölvorräte endlich sind: läge eine Lösung in völlig neuen Motoren, die z.B. auf Brennstoffzellen fußen?
  • Wären Fahrzeuge mit Hybridantrieb und dem Aufladen der Batterien mit Solarenergie eine gute Lösung?

Was meinen Sie? Welche Vorschläge haben Sie? Welche Aktion(en) würden Sie unterstützen?

Sie können Ihre Gedanken gern per E-Mail senden und wir nehmen sie dann mit auf.

Zur ausführlicheren Behandlung des Themas siehe auch
http://www.kaguigu.com/Biokraftstoffe%20und%20Ethik/

 

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