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Schreiben an Seine Heiligkeit Papst Benedikt XVI. Antwort1, die meine Fragen allerdings noch nicht abschließend beantwortet
Seine Heiligkeit Papst Benedikt XVI. Citta del Vaticano
2008-10-13
Sind Biokraftstoffe ethisch-sozial verantwortbar? Position der Katholischen Kirche
Heiliger Vater,
die Berichterstattung über Ihren Besuch in Paris am 12. September 2009 und Ihre Äußerung, wonach Sie besorgt sind über „die globalen ökologischen Probleme“ (http://www.katholische-kirche.de/24048.html), haben mich ermuntert, Ihnen meine tiefe Sorge über eine gegen die Menschheit gerichtete Entwicklung zu unterbreiten: Biokraftstoffe. Sie sind m.E. ethisch nicht verantwortbar. Die Grundgedanken einschließlich möglicher Alternativen sind in einem Artikel dargestellt, den ich als Anlage 1 anfüge. Diese und die Diskussion mit Parteien, Wirtschaftsverbänden und Kirchen befinden sich auf der Website www.kaguigu.com/Biokraftstoffe%20und%20Ethik/
Diese Sorge habe ich auch dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz vorgetragen, mit der Bitte um Darstellung der Position der Katholischen Kirche Deutschlands, Anlage 2. Dort wird auch näher dargelegt, warum Biokraftstoffe ethisch nicht verantwortbar sind. Nach vorliegenden Informationen hat sich die Katholische Kirche Brasiliens bereits klar und kritisch gegen Biokraftstoffe ausgesprochen, Anlage 3.
Meine Frage geht nun dahin, ob es eine Position der Katholischen Kirche gibt, die weltweite Gültigkeit hat, oder ob dies den einzelnen Landeskirchen überlassen bleibt.
Ich denke, dass insbesondere die Katholische Kirche mit einer klaren globalen Aussage zu den ethischen Problemen von Biokraftstoffen dazu beitragen kann, dass bei Politikern, Herstellern und Verbrauchern ein Umdenken einsetzt und Biokraftstoffe so rasch wie möglich vom Markt genommen werden.
Für Ihre Antwort wäre ich Ihnen ausgesprochen dankbar. Mit ehrerbietendem Gruß,
(Unterschrift)
P.s.1: Zur Person: - Familienvater, vier Kinder, elf Enkel, besorgt um die Welt, in der diese und Folgegenerationen leben werden - Beruflich: bis 2004 Leiter der Siemens-Unternehmensleitfunktion „Standardisierung und Regulierung“, mit globalem Handlungsrahmen - Seit 2003 Mitarbeiter des ICC International Chamber of Commerce im internationalen Standardisierungsprojekt ISO 26000 „Guidance on Social Responsibility“
P.s.2: Da die Problematik „uns alle“ angeht, gehe ich von Ihrem Einverständnis aus, dass dieses Schreiben und Ihre Antwort auf o.g. Website mit veröffentlicht werden können.
P.s.3: Drei Versuche seit September, dieses Schreiben und seine Anlagen per E-Mail an benediktxvi@vatican.va und bentoxvi@vatican.va zu übermitteln, schlugen fehl.
Anlage 1: Artikel (Mai 2008) Anlage 2: Schreiben an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, siehe auch http://www.kaguigu.com/Biokraftstoffe%20und%20Ethik/html/katholische_kirche.html Anlage 3: Information zur Katholischen Kirche in Brasilien, siehe auch http://www.naturkostaktiv.de/archiv/katholische_kirche_warnt_vor_ethanol_aus_brasilien_1596.shtml
Antwort1 des Vatikan: Pontificum consiliae et pace 884/2008, vom 28. November 2008-12-15
Lieber Herr Gürtler, das Sekretariat des Vatikans hat Ihr Schreiben vom 15. September, gerichtet an seine Heiligkeit Papst Benedikt XVI, an diesen Pontifikal-Rat weitergeleitet, in dem Sie um Informationen zur offiziellen Haltung der Katholischen Kirche zu Biokraftstoffen baten. Im Namen seiner Heiligkeit bestätigen wir den Eingang Ihres Schreibens und möchten Sie gern informieren, dass dieser Pontifikal-Rat, der für soziale und wirtschaftliche Fragen und besonders für Umweltthemen zuständig ist, Ihre Bedenken zur Kenntnis genommen hat. Wir möchten Sie auf die Paragraphen 472 bis 480 des Compendium of the Social Doctrine of the Church, veröffentlicht vom Pontifikal-Rat Gerechtigkeit und Frieden (Libreria Editrice Vaticana, Cítta del Vaticano, 2004) oder das Kompendium der Soziallehre der katholischen Kirche (Herder, Freiburg i.Br. 2006) zur „Nutzung der Biotechnik“ aufmerksam machen und Ihnen versichern, dass dem Heiligen Stuhl und besonders dieser Abteilung die ethische Dimension der Umweltthemen von allergrößter Bedeutung ist.
Mit herzlichen Grüßen verbleibe ich Ihr (Unterschrift) Bischof Giampaolo Crepaldi Sekretär
Anmerkungen: a) die direkt gestellten Fragen sind nicht wirklich beantwortet und so gilt es denn, die genannten Paragraphen zu studieren und wohl erneut anzufragen b) das Originalschreiben in Englisch ist hier einsehbar.
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