Biokraftstoffe und Ethik

3in1
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Was andere zum Thema sagen......und wie sich Alternativen entwickeln

 

Der Markt ist so gut wie tot”, Süddeutsche Zeitung 14.1.2010
Daimler kooperiert mit Evonik, BOSCH mit Samsung bei der
Entwicklung/Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien
Daimler gelingt Durchbruch in der  Batterietechnologie
Daimler und RWE starten Elektro-Smart Projekt in Berlin
Elektroautos für Portugal (nach Dänemark und Israel)
Elektroauto Mini; BMW startet Feldversuch
EU verabschiedet sich vom Biosprit-Ziel von 20% Beimischung
EU-Kommission: Mehr Wasserstoffautos auf Europas Straßen
EU.Kommission will auf Wasserstoff- und Elektromotoren setzen
Katholische Kirche warnt vor Ethanol aus Brasilien
Nissan und NEC kooperieren bei der Produktion von Lithium-Ionen-Batterien
OECD und UNO, Biokraftstoffe sind für die immens steigenden Nahrungsmittelpreise mit verantwortlich; 860 Millionen Menschen leiden bereits an Hunger; Regierungen sollten deshalb die Förderung von Biokraftstoffen zurückschrauben
Oxfam: Biokraftstoffe treiben mindestens 30 Millionen Menschen in die Armut
Papst äußert seine Sorge um den Planeten
Saarbrücker Zeitung: Tank voll, Teller leer
Süddeutsche: Der Wahnsinn mit den Rindern (verursachen 18% der Treibhausgase)
Süddeutsche: Etiketten-Schwindel im Palmenhain
Süddeutsche: Regenwald wird weiter vernichtet
TOSHIBA baut Fabrik für Lithium-Ionen-Batterien
UN-Berichterstatter, Ziegler fordert das AUS für Biokraftstoffe
UN-Generalsekretär, Ban fordert ein wirksameres Programm gegen den Hunger in der Welt
Urwaldpilz kann aus Sägespänen Treibstoff herstellen
VDB Verband Deutscher Biokraftstoffindustrie sieht die Dinge grundsätzlich anders
Weltbank, “geheime” Studie  Biodiesel stärkster Preistreiber
Welthungerhilfe schlägt Alarm: schon 932 hungernde Menschen auf der Welt
Welt-online: Biokraftstoffe verlieren ihren guten Ruf....
Welt-online: Biosprit treibt Preise für Nahrung in die Höhe
WWF: Im Jahre 2022 werden 98% des indonesischen Regenwaldes zerstört sein

 

Der Markt ist so gut wie tot”, Süddeutsche Zeitung 14.1.2010

                                       Es gibt ja  auch sehr erfreuliche Nachrichten!
Herr Baumann, Geschäftsführer des Branchenverbandes VDB, berichtet in diesem Artikel, dass
- ein Drittel der Hersteller vor dem Aus steht
- die Kehrtwende in der Politik der schwarz-roten Bundesregierung viele Hersteller in den
   Ruin getrieben hat,
- der Zickzack-Kurs der Politik Steuregelder in dreistelliger Millionenhöhe vernichtet hat,
- der Absatz von reinem Biodiesel dramatisch eingebrochen ist und
- auch viele Landwirte ausgestiegen seien.

Die zugehörige Pressemitteilung des VDB ist trägt den Titel “Biokraftstoffe in Deutschland” und ist unter
http://www.biokraftstoffverband.de/ einseh- und herunterladbar; das PDF-Dokument gibt’s auch hier.

Der Artikel in der Süddeutschen ist (16.1.2010) leider noch nicht verfügbar. Wenn Sie den Volltext haben wollen, senden Sie bitte ein E-mail an guido.guertler@t-online.de

Zugehöriger Leserbrief an die Süddeutsche Zeitung; 16.1.2010
Der Markt für Biokraftstoffe ist so gut wie tot; Artikel am 14.1.2010

Diese Nachricht ist ausgesprochen gut, denn das Thema Biokraftstoffe ist einfach nicht zu Ende gedacht. Es ist anzuerkennen, dass der Ansatz gut gemeint ist, damit zur Verringerung des CO2-Ausstoßes beizutragen. Es wird aber übersehen, dass Biokraftstoffe eine zutiefst unethische Seite haben: zur Abwendung einer Klimakrise tragen sie nur marginal bei, durch die intensive Bodenbewirtschaftung beschleunigen sie aber eine Bodenkatastrophe, von der heute erst wenige sprechen und die durch die Klimakrise nur beschleunigt wird, z.B. durch Austrocknung, Erosion, Überflutungen und Abschwemmungen fruchtbaren Landes, das für Ernährung nicht mehr verfügbar ist; und das bei stetig wachsender Weltbevölkerung.

Die Nachricht ist erfreulich, weil sie erkennen lässt, dass diese unethische Komponente vielleicht von immer mehr Menschen erkannt wird.

Guido Gürtler, Gröbenzell

 

Daimler kooperiert mit Evonik, BOSCH mit Samsung bei der Entwicklung/Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien
In der Süddeutschen vom 5./6. Januar 2009 gab’s die Nachricht zu diesen Kooperationen.
Anmerkung: damit ist ein guter WEttbewerb bei dieser Schlüsseltechnologie vorprogrammiert, und damit auch die notwendig werdende Unabhängigkeit von erdölgeundenen und Bio-Kraftstoffen.

Biosprit treibt Preise für Nahrung in die Höhe, Welt-online vom 1.1.2009
Der weltweit führende Agrarökonom Stefan Tangermann warnt vor einer Ausweitung des Hungerproblems. Bedrohlich sei die wachsende Nachfrage nach Biosprit. Tangermann fordert von den Regierungen, die Verwendung von Biotreibstoff nicht mehr zu fördern. Die Verbraucher stimmt er auf steigende Lebensmittelpreise ein
.
Den vollständigen Artikel finden Sie unter diesem Link http://www.welt.de/wirtschaft/article2957992/Biosprit-treibt-Preise-fuer-Nahrung-in-die-Hoehe.html.

Nissan und NEC kooperieren bei der Produktion von Lithium-Ionen-Batterien
die Süddeutsche Zeitung druckte am 30.12.2008 eine kurze dpa-AFX Notiz ab, wonach ab 2011 eine Produktionskapazität für Batterien für 200.000 Elektro- und Hybridautos erreicht werden soll.
Anmerkung: auch das zeigt in eine gute Richtung, weg von Biokraftstoffen...

 

TOSHIBA baut Fabrik für Lithium-Ionen-Batterien
Die Süddeutsche informierte am 27./28.12.2008, dass Toshiba die zweite Fabrik aufbaut:  die Produktion soll im Herbst 2010 aufgenommen werden.
Anmerkung: Fortschritt in die richtige Richtung!

 

Regenwald wird weiter vernichtet, Süddeutsche 1. Dezember 2008
Trotz aller öffentlichen Kritik geht die Vernichtung in Brasilen ungehindert weiter. von August bis Juli 2008 sollen es 12.000 Quadratkilometer gewesen sein, 13 mal die Fläche des Landes Berlin. Andere Quellen besagen, dass dafür Soja und Zuckerrohr angebaut werden.... damit daraus Biokraftstoffe gemacht werden.

Anmerkung: Wie können eigentlich unverantwortliche Staatslenker zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sie fundamentale Menschenrechte verletzen, z.B. das Recht auf saubere Luft?

 

Etiketten-Schwindel im Palmenhain; Süddeutsche 13. Nov. 2008
Der Artikel führt aus, dass ein Frachter mit 500 Tonnen Palmöl von Malaysia nach Europa unterwegs ist, dessen Ladung mit einem Nachhaltigkeitszertifikat versehen ist. Die genannte Firma betreibt zwar zertifizierte Anbauflächen, die 500 Tonnen können aber laut Greenpeace kaum allein von diesen stammen.
 

Urwaldpilz kann aus Sägespänen Treibstoff herstellen
Am 4. November 2008 berichtete die Saarbrücker Zeitung wie viele andere darüber, nur in einer sehr gut kompakten und verständlichen Weise. Der Piz namens Gliocladium proseum verwandele organische Reeste wie Sägespäne in ein Kohlenwasserstoffgemisch in einer Weise, die üblichem Diesel viel ähnlicher sei als die Produkte anderer Pilze.
Anmerkungen:
1. Diese Entdeckung eröffnet bessere Perspektiven als die derzeit viel diskutierte Herstellung von Biokraftstoffen aus Holz und Stroh (die sog. 2. Generation), weil dann wirklich sog. “Reststoffe” als Ausgangsmaterial dienen und nicht Wälder von schnellwachsenden Bäumen wie Pappeln oder Birken,
2. Damit stellt sich dann auch die ethische Frage kaum mehr (es sei denn, es würden Bäume einfach zu Sägespänen verarbeitet, um dieses Ausgangsmaterial zu gewinnen)
3. Siehe auch Eintrag im Forum

 

EU will auf Wasserstoff- und Elektromotoren setzen
Aus der EU-Pressenotiz vom 29.10.2008 wird deutlich, dass die EU-Kommission (Günther Verheugen) auf einen integrierten Ansatz zur CO2-Minderung setzen  und dazu die Forschungsanstrengungen zu Wasserstoff- und Elektroautos intensivieren  will.
Anmerkung: Das zeigt  in die richtige Richtung!

 

Welthungerhilfe schlägt Alarm
Fast eine Milliarde Menschen hungern

Immer mehr Menschen auf der Erde haben nicht ausreichend zu essen. Die Zahl der Hungernden stieg innerhalb eines Jahres weltweit von 848 auf 923 Millionen Menschen, wie die Deutsche Welthungerhilfe und das Forschungsinstitut für Ernährungspolitik (IFPRI) aus Anlass des Welt-Ernährungstages am 16. Oktober mitteilten.
In 33 der 88 untersuchten Ländern herrsche eine "sehr ernste" oder "gravierende" Hungersituation, geht aus dem Welthunger-Index 2008 hervor. Am schlimmsten sei die Lage in der Demokratischen Republik Kongo, Eritrea, Burundi, Niger und Sierra Leone. Unter den Regionen steht Afrika südlich der Sahara am schlechtesten da, gefolgt von Südasien.
"Eine Schande für die Menschheit"....
Dieser Link und viele andere geben Details: http://www.br-online.de/wissen/umwelt/ernaehrungskrise-DID1208781391806/index.xml

 

Im Jahre 2022 werden 98% des indonesischen Regenwaldes zerstört sein, weil die Fläche für den Anbau von Palmöl für Biodiesel verwendet wird

Doch die Produktion des Öls ist problematisch: „Für die Errichtung von Palmöl-Plantagen wird Regenwald gerodet“, sagt Eberhard Brandes, Geschäftsführer der Umweltorganisation WWF. Tatsächlich entfallen vier Fünftel der Palmöl-Produktion auf zwei Länder: Malaysia und Indonesien. Einer aktuellen Studie des UNEP zufolge werden 98 Prozent des Regenwaldes in Indonesien im Jahr 2022 zerstört sein. Vor fünf Jahren ging das UNEP noch vom Jahr 2032 aus und musste seine Schätzungen nun korrigieren – die Wissenschaftler hatten nicht mit dem Palmöl-Boom gerechnet. …

Quelle: „Ernährungssicherheit vor Energieerzeugung – Kriterien für die nachhaltige Nutzung von Biomasse, eine Stellungnahme der Kammer der EKD für nachhaltige Entwicklung“, Seite 13;  Pressenotiz der EKD vom 29.9.08, http://www.ekd.de/presse/pm247_2008_ernaehrungssicherung.html

 

VDB,  Verband Deutscher Biokraftstoffindustrie, 2008-08, sieht die Dinge grundsätzlich anders und fordert u.a. die Beibehaltung der Beimischungsquoten.
In einem Hintergrundpapier (vollständig unter http://www.biokraftstoffverband.de/downloads/732/VDBHintergrundpapierB.pdf )stellt der Verband die Zusammenhänge und Zahlen aus seiner Sicht dar.

 

Katholische Kirche warnt vor Ethanol aus Brasilien und prangert die dortigen Umweltschäden an
Antonio Canuto: die Herstellung von Ethanol zerstöre die Umwelt in der Amazonas-Region und vermindere die Lebensmittelproduktion. Der CPT-Generalsekräter bezichtigt Marina Silva konkret der Lüge. Wenn Brasiliens Umweltministerin Marina Silva ihrem deutschen Amtskollegen Sigmar Gabriel erkläre, dass die Ethanolerzeugung weder zu Lasten des Regenwaldes noch der Nahrungsmittelherstellung gehe, sage sie nicht die Wahrheit. Antonio Canuto weist auch die Äußerung Gabriels zurück, wonach Brasilien die Richtlinien für Nachhaltigkeit beim Export von Agro-Treibstoffen bereits jetzt erfülle. Schon der massive Einsatz von "Sklavenarbeitern" bei der Ethanolerzeugung belege, dass von Nachhaltigkeit keine Rede sein könne, so Canuto.
Der vollständige Artikel ist unter
http://www.naturkostaktiv.de/archiv/katholische_kirche_warnt_vor_ethanol_aus_brasilien_1596.shtml zu finden, Er ist zwar vom Mai 2008, hat aber an seiner Brisanz nichts verloren!

 

Sorge um den Planeten; Sarkozy empfängt Papst im Elyseepalast, 12.9.2008
Paris - Papst Benedikt XVI. hat sich zum Auftakt seines Frankreichbesuchs besorgt über globale ökologische Probleme geäußert. Er sei beunruhigt über den Zustand des Planeten, sagte das Kirchenoberhaupt in seiner ersten Ansprache beim Empfang im Elyseepalast am Freitag. Die Zeit sei gekommen, «konstruktivere Vorschläge zu machen, um das Wohl der kommenden Generation zu gewährleisten». Zugleich verlangte der Papst dauerhafte gerechte Lösungen zugunsten der Armen weltweit.
Quelle: http://www.katholische-kirche.de/24048.html
Anmerkung: Ob der Papst dabei auch an Biokraftstoffe dachte?

 

Daimler und RWE starten Klima-Smart in Berlin
Quelle: Die WELT online; 2008-09-05;
http://www.welt.de/wirtschaft/article2400471/Daimler-und-RWE-starten-Klima-Smart-in-Berlin.html
100 Smarts mit Elektroantrieb sollen vom kommenden Jahr an durch die deutsche Hauptstadt fahren. Kanzlerin Merkel hat in Berlin den Startschuss für ein Gemeinschaftsprojekt von Daimler und RWE gegeben. Doch Umweltschützer halten das neue Elektro-Mobil für ein "Klimaschwein".
Anmerkung: Greenpeace übertreibt hier, denn diese Elektro-Mobil-Entwicklung wird angeprangert, weil RWE keinen genügend umweltfreundlichen Strom bereitstelle. Selbst wenn dem so ist, sollte die implizite Abwendung von Kraftstoffen, fossilen wie bio..., begrüßt werden. Auch die RWE wird dem Trend folgen und mehr umweltfreundlich erzeugten Strom bereitstellen.

 

Mehr Wasserstoffautos auf Europas Straßen; 2008-09-03
Die EU-Kommission begrüßt Unterstützung des EU-Parlamentes für einheitliche Zulassungsvorschriften für wasserstoffbetriebene Kraftfahrzeuge.
Quelle: http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/08/1285&format=HTML&aged=0&language=EN&guiLanguage=en
Anmerkung: sicher eine gute Entwicklung, um von fossilen und auch Bio-Kraftstoffen unabhängiger zu werden!

 

Der Wahnsinn mit den Rindern,   (Süddeutsche, 5. August 2008)

Jeremy Rifkin ist Autor mehrerer Artikel und genießt offenbar gutes internationales Ansehen. Er stellt in dem Artikel unter anderem fest, dass

  • Biokraftstoffe definitiv zur Verteuerung des Essens beitragen und in Zukunft sogar noch mehr beitragen könnten,
  • Zuchtvieh für 18% des Ausstoßes aller Treibhausgase verantwortlich ist, und dass dies mehr ist als der gesamte Transportsektor verursacht,
  • man mit dem Anbau von Getreide pro Hektar 5 mal mehr Eiweiß erzeugen kann als mit Viehzucht, mit Hülsenfrüchten 10 mal und mit Blattgemüse gar 15 mal soviel, und dass
  • Armut und Hunger in den ärmeren Ländern auch dadurch begründet sind, dass viele Flächen neuerdings für Viehzucht genutzt werden und damit dem Nahrungsmittelanbau nicht mehr zur Verfügung stehen.

Er folgert, dass die wohlhabenden Menschen ihre Essgewohnheiten überdenken müssen, bevor die Zeit verrinnt.

Aus Minis werden Versuchsträger
BMW: Feldversuch mit Elektrofahrzeugen
(14.07.2008)
Aus mehreren hundert Minis werden in den nächsten eineinhalb Jahren Elektroautos. Sie dienen als Versuchsträger.
Siehe mehr unter http://www.saubereautos.at/fortschritt/strom/bmw_feldversuch_mit_elektrofahrzeugen/

Ab 2011 soll auch Portugal „elektrisch“ werden
Renault & Nissan: Elektroautos für Portugal
(12.07.2008)
Nach Israel und Dänemark hat nun auch Portugal ein Abkommen mit der Renault-Nissan Allianz geschlossen, wonach ab 2011 in Portugal Serienfahrzeuge mit reinem Elektroantrieb fahren werden.
Die vollständige Meldung gibt’s unter http://www.saubereautos.at/fortschritt/strom/renault_nissan_elektroautos_fuer_portugal/

 

EU verabschiedet sich von Biosprit-Ziel

Die Klimapolitik der Europäischen Union steht vor einem Kurswechsel: Wegen des weltweiten Preisschubs bei Lebensmitteln ist Biosprit in Verruf geraten - und das Zehn-Prozent-Ziel der EU gerät ins Wanken. Das zeigte sich bei einem Treffen der EU-Energieminister.Die vollständige Meldung finden Sie hier.
Quelle: 2008-07-05
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,564091,00.html

 

Geheime Studie der Weltbank zur Nahrungsmittelkrise
Biodiesel stärkster Preistreiber
Die Studie birgt - wenn die Zahlen stimmen - eine Menge politischen Sprengstoff. Denn der enorme Anstieg der Preise für Nahrungsmittel, der in vielen Staaten zu Hungerkrisen geführt hat, ist im Wesentlichen auf die massenhafte Produktion von Biokraftstoff zurückzuführen. So das Fazit einer bislang geheim gehaltenen Studie der Weltbank, die der britischen Zeitung vorliegt.... Bis zu 75 Prozent der Preissteigerungen sind.... Bis zu 100 Millionen Menschen hungern...  noch “geheim”, um die Regierung Bush nicht zu desavouieren...
Quelle: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/biosprit46.html 2008-07-04

 

Biotreibstoffe treiben 30 Millionen Menschen in die Armut
25.6.2008
Die Hilfsorganisation Oxfam legt heute einen erschütternden Bericht vor, wonach die Biosprit-Politik der Industrieländer für den weltweiten Anstieg der Nahrungsmittelpreise mitverantwortlich ist. Die Förderung der Agrartreibstoffe sei zu gut 30 Prozent am weltweiten Anstieg der Nahrungsmittelpreise beteiligt und habe dadurch mindestens 30 Millionen Menschen in die Armut getrieben

Die vollständige Meldung von Spiegel-online gibt es unter diesem Link:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,561889,00.html

 

Econsense newsletter 2/2008

Daimler gelingt Durchbruch bei Batterietechnologie 

Die Daimler AG hat einen entscheidenden Durchbruch in der Batterietechnologie erzielt. Als weltweit erstem Hersteller ist es dem Stuttgarter Unternehmen gelungen, die bislang überwiegend in der Consumer-Elektronik eingesetzte Lithium-Ionen-Technik auf die hohen Anforderungen im Automobilbereich abzustimmen. Der neue Energiespeicher wird ab kommendem Jahr im Mercedes-Benz S 400 BlueHYBRID zum Serieneinsatz kommen. Insgesamt hält Daimler 25 Patente, die den Durchbruch bei dieser wichtigen Technologie ermöglicht haben, die erfolgsbestimmend für die Zukunft der Automobilindustrie ist. Das ist ein Verdienst intensiver Forschung, die wir seit 1992 auf diesem Gebiet betrieben wird.
Entscheidend für den Erfolg der Ingenieure ist vor allem die von Daimler entwickelte Integration der Lithium-Ionen-Batterie in den Klimakreislauf des Fahrzeugs. Damit arbeitet der Energiespeicher immer bei optimalen Systemtemperaturen zwischen 15-35 Grad Celsius und kann so eine für den Betrieb im Pkw lange Lebensdauer mit maximaler Leistungsfähigkeit erreichen. Die Vorteile der neu entwickelten Lithium-Ionen-Batterie liegen in erster Linie in ihren extrem kompakten Abmessungen in Kombination mit einer deutlich höheren Leistungsfähigkeit im Vergleich zu herkömmlichen Nickel-Metallhydridbatterien. Die Leistungsdichte der Gesamtbatterie liegt bei 1900 W/ltr. Darüber hinaus zeichnet sie sich durch einen hohen Ladewirkungsgrad, lange Lebensdauer und hohe Zuverlässigkeit auch bei sehr niedrigen Temperaturen aus. Ihr hoher Sicherheitsstandard liegt auf dem Niveau heutiger Autobatterien.
Lithium-Ionen-Batterien eignen sich optimal für den Einsatz in Hybridfahrzeugen und tragen dort dazu bei, den Kraftstoffverbrauch und damit die CO2-Emissionen zu senken. Parallel dazu untersuchen die Daimler-Ingenieure, inwieweit sich diese Technologie für weitere Fahrzeugkonzepte, wie etwa Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeuge, nutzbar machen lässt.

 

Saarbrücker Zeitung: Tank voll, Teller leer
Der Artikel von von Detelf Drewes in der Saarbrücker Zeitung (im April 2008) bringt die Sache gut auf den Punkt: “Wenn die Lebensmittel nicht zu den Hungernden kommen, werden die Hungernden zu den Lebensmitteln kommen. Und dann haben die Industrieländer mehr als nur ein Problem.”
 

Biokraftstoffe verlieren ihren guten Ruf
Bis vor einigen Monaten galten die Hersteller alternativen Sprits als Zukunftsinvestition. Doch seit die Preise für Nahrungsmittel steigen, gelten sie als Konkurrenz für Bauern und stehen mitten in einer Moraldebatte. Jetzt geraten ihre Aktienkurse unter Druck....
2008-04-20 Die Welt - Online
http://www.welt.de/wams_print/article1920045/Biokraftstoffe_verlieren_ihren_guten_Ruf.html

 

2008-04-29, aus http://www.tagesschau.de/ausland/nahrungsmittelkrise8.html
Dringender Appell der Vereinten Nationen

Ban fordert 500 Millionen Euro gegen den Hunger
Die Vereinten Nationen haben einen dringenden Appell an die reichen Staaten gerichtet, mehr Geld für die Hungernden in der Welt zur Verfügung zu stellen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte in Genf, alle Kräfte der Vereinten Nationen müssten gebündelt werden, um den Hungernden zu helfen und weitere Lebensmittelkrisen zu verhindern.
Die Uno setzen laut Ban daher eine Sonderarbeitsgruppe unter seiner Leitung ein. Ban erklärte, es sollten eine Reihe von mittel- und langfristigen Maßnahmen ergriffen werden. Zunächst seien aber 755 Millionen Dollar (485 Millionen Euro) Soforthilfe notwendig, wie sie das Welternährungsprogramm (WFP) bereits gefordert habe, sagte Ban. Er hält sich zu einer seit langem geplanten Arbeitssitzung der Chefs aller UN-Organisationen in Bern auf, die jetzt von der Nahrungsmittelkrise überschattet wird.

und, aus gleicher Quelle:

UN-Experte fordert Aus für Biokraftstoffe
Im Rahmen des Treffens hatte der Schweizer Professor und UN-Berichterstatter für das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler, ein "vollständiges Moratorium" für Bio-Kraftstoffe gefordert. Ziegler sieht in der Verwendung von Nutzpflanzen zur Energiegewinnung einen wichtigen Grund für den rasanten Anstieg der Lebensmittelpreise in den vergangenen Monaten. Dies hatte zuletzt unter anderem in Haiti, Bangladesch, Ägypten, Kamerun und der Elfenbeinküste gewalttätige Proteste ausgelöst. Angesichts der weltweiten Hungerkrise appellierte der UN-Experte an die Weltöffentlichkeit, mehr humanitäre Hilfe zu geben. Millionen Menschen könnten in den nächsten Monaten verhungern, sagte Ziegler.

 

2008-05-29, aus http://www.tagesschau.de/wirtschaft/agrarpreise2.html
Agrarausblick von OECD und Uno

Nahrungsmittel bleiben auch in Zukunft teuer
Die Zeiten billiger Lebensmittel scheinen vorbei: Die Preise landwirtschaftlicher Erzeugnisse werden nach Einschätzung von Experten von ihren derzeitigen Rekordhöhen zwar wieder herunterkommen. Doch dürften sie in den kommenden zehn Jahren weit höher liegen als früher und auch stärker schwanken. Das geht aus dem Agrarausblick der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO hervor.

Teure Grundnahrungsmittel
Derzeit seien die Preise nahezu aller Grundnahrungsmittel auf einem Rekordhoch. Wenn die "Blase" an den internationalen Agrarmärkten platze, würden die Preise aber nicht auf das frühere Niveau zurückfallen, prognostizierte der OECD-Direktor für Handel und Landwirtschaft, Stefan Tangermann. Demnach werden Reis und Zucker knapp zehn Prozent teurer sein als im Schnitt des vergangenen Jahrzehnts, Weizen knapp 20 Prozent, Butter, Ölsaaten und Grobgetreide rund 30 Prozent und Pflanzenöl gut 50 Prozent.

Ursachenforschung
Als Ursache nennt der Agrarausblick unter anderem den hohen Ölpreis. Die Produktion von Nahrungsmitteln sei ein energieaufwändiges Geschäft. Zudem treiben Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum die Nachfrage nach Nahrungs- und Futtermitteln weiter an. Rund 860 Millionen Menschen litten an Hunger und Mangelernährung. Leidtragende seien vor allem Stadtbewohner in Entwicklungsländern, die sich nicht selbst versorgen könnten.
Auch die steigende Nachfrage nach Biokraftstoffen trage zum Preisanstieg bei. Hier legt die OECD eine Überprüfung der Förderpolitik nahe. Wenn Regierungen über die Folgen hoher Nahrungsmittelpreise besorgt seien, könnten sie etwas dagegen tun: Nämlich die Förderung der Biokraftstoffe zurückschrauben, erläuterteTangermann. Denn auf den Flächen für Bio-Treibstoffe könnten sonst Nahrungsmittel angebaut werden.

 

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