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Schreiben an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Hinweis auf die Stellungnahme der EKD
Erinnerungsschreiben vom 27.3.2009 an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz
Antwort vom 22.4.2009
Von: Guido Gürtler [guido.guertler@t-online.de] Gesendet: Sonntag, 14. September 2008 10:53 An: 'sekretariat@dbk.de'
Betreff: Biokraftstoffe und Ethik, Stellungnahme der Katholischen Kirche Anlagen: Artikel (Mai 2008).doc
Sind Biokraftstoffe ethisch-sozial verantwortbar? Bitte um Stellungnahme der Katholischen Kirche
An den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Erzbischof Dr. Robert Zollitsch
Deutsche Bischofskonferenz Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz Pater Dr. Hans Langendörfer SJ Kaiserstrasse 161 53113 Bonn sekretariat@dbk.de
Sehr geehrter Herr Erzbischof, Sehr geehrter Herr Dr. Zollitsch,
Erlauben Sie mir bitte, eine tiefe Sorge an Sie heranzutragen und um die Position der Katholischen Kirche zu bitten.
Mit der Herstellung von Biokraftstoffen ist eine Entwicklung angelaufen, die sich – zu Ende gedacht – gegen die Menschheit richtet, auch wenn sie – kurzfristig gesehen –im Ansatz gut gemeint sei. Grundgedanken dazu sind in meinem Artikel dokumentiert, siehe Anlage, der schlussfolgert, dass
- Biokraftstoffe der 1. wie der 2. Generation grundsätzlich ethisch–sozial nicht zu verantworten sind
- für den künftigen Individualverkehr völlig neue Antriebsaggregate benötigt werden, die keine Derivate von Rohöl mehr benötigen, und dass
- die Politik zum Handeln aufgefordert ist.
Der Artikel und alle weiteren genannten Informationen befinden sich auf der Diskussions-Website http://www.kaguigu.com/Biokraftstoffe%20und%20Ethik/.
„Ethisch“ verstehe ich als Respektierung von Menschenwürde und Schöpfung, „sozial“ als Minimierung gesellschaftlicher Unterschiede, Vermeidung gesellschaftlicher Konflikte, Hilfsbereitschaft und Sicherstellung der Verfügbarkeit essentieller Lebensgrundlagen wie Nahrung und Luft.
Biokraftstoffe der 1. Generation werden primär aus Mais, Weizen und Raps hergestellt und treten in Flächenkonkurrenz zu Nahrungsmitteln. Sie haben Potential zur Förderung von Hunger und Sozialkonflikten und sind deshalb schon so in die öffentliche Kritik geraten, dass sich sogar die Vereinten Nationen dagegen aussprachen und die EU-Kommission jetzt ihre Beimischungsziele zurückgenommen hat.
Biokraftstoffe der sog. 2. Generation werden primär aus Holz und Stroh hergestellt; sie sind zurzeit noch nicht marktreif. In Veröffentlichungen wird oft von „Abfällen“ oder Rückständen“ als Ausgangsmaterialien gesprochen, was ignoriert, dass Natur keine Abfälle oder Rückstände kennt, sondern nur Zyklen zur Re-Integration aller Stoffe. Diese Biokraftstoffe der 2. Generation sind ethisch-sozial problematisch, weil ihre Erzeugung zur absehbaren Intensivnutzung und damit nachhaltigen Schädigung der Böden führt (Monokulturen „rasch“ wachsender Bäume), weil sie in Anbetracht der wachsenden Weltbevölkerung letztlich auch in Flächennutzungskonkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion treten werden, und weil der Wald ein verlässlicher Klimaregulator ist, den anzugreifen zugleich ein Angriff auf die Lebensgrundlage „Luft zum Atmen“ ist.
Menschen, mit denen ich das Thema bespreche, teilen die Sorge und drücken gern ihre Unterstützung durch Nennung ihres Namens auf der „Unterschriften“-Seite der Website aus. Die meisten sind dankbar für den Anstoß und sagen, dass sie über das Thema bislang noch nicht intensiv nachgedacht hatten.
Da u.a. die Politik gefordert ist, die einschlägigen Rahmenbedingungen vor allem unter langfristiger Perspektive richtig zu setzen, habe ich die Parteien sowie den Ethikrat und den Nachhaltigkeitsrat der Bundesregierung um Darstellung ihrer Positionen gebeten. Diese sind ebenfalls auf o.g. Website wiedergegeben. Auf die einstweilen abschließende Antwort des Nachhaltigkeitsrates möchte ich besonders hinweisen: http://www.kaguigu.com/Biokraftstoffe%20und%20Ethik/html/nachhaltigkeitsrat.html#naha-aw3
Die Position der Katholischen Kirche wäre von besonderem Interesse, zumal sich die Katholische Kirche Brasiliens schon eindeutig gegen Biokraftstoffe ausgesprochen zu haben scheint (Sekundärquelle (http://www.naturkostaktiv.de/archiv/katholische_kirche_warnt_vor_ethanol_aus_brasilien_1596.shtml) und der Papst bei seinem Besuch am 12.9. in Paris öffentlich seine Besorgnis über die globalen ökologischen Probleme bekräftigte (http://www.katholische-kirche.de/24048.html) .
Für Ihre Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar und verbleibe mit den besten Grüßen,
Guido Gürtler
Anlage: Artikel (Mai 2008)
P.s.1: Zur Person: - Familienvater, vier Kinder, elf Enkel, besorgt um die Welt, in der diese und Folgegenerationen leben werden - Beruflich: bis 2004 Leiter der Siemens-Unternehmensleitfunktion „Standardisierung und Regulierung“, mit globalem Handlungsrahmen - Seit 2003 Mitarbeiter des ICC International Chamber of Commerce im internationalen Standardisierungsprojekt ISO 26000 „Guidance on Social Responsibility“
P.s.2: Da die Problematik „uns alle“ angeht, gehe ich von Ihrem Einverständnis aus, dass dieses Schreiben und Ihre Antwort auf o.g. Website mit veröffentlicht werden können.
Adresse: Farmerstr. 17, 82194 Gröbenzell, Tel. 0173 350 27 22, guido.guertler@t-online.de
Hinweis auf die Stellungnahme der EKD Von: Guido Gürtler [guido.guertler@t-online.de] Gesendet: Montag, 13. Oktober 2008 10:22 n: 'sekretariat@dbk.de'
Betreff: Biokraftstoffe und Ethik, Position der Katholischen Kirche Deutschlands
An den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Erzbischof Dr. Robert Zollitsch sekretariat@dbk.de
Sehr geehrter Herr Erzbischof,
Im Nachgang zu meiner Mail vom 14. September 2008 , in der ich um die Position der Katholischen Kirche Deutschlands bat, wollte ich gern aufmerksam gemacht haben auf die m.E. sehr gute Stellungnahme der EKD Evangelischen Kirche Deutschlands mit dem Titel „Ernährungssicherung vor Energieversorgung – Kriterien für die nachhaltige Nutzung von Biomasse“.
Die EKD geht hier auf die ethische Problematik von Biomasse im Allgemeinen ein und im Besonderen auf die der Bio- oder Agrokraftstoffe.
Die Pressenotiz der EKD ist unter http://www.ekd.de/presse/pm247_2008_ernaehrungssicherung.html abgebildet; dort kann auch die Stellungnahme heruntergeladen werden.
Mit freundlichem Gruß, Guido Gürtler www.kaguigu.com/Biokraftstoffe%20und%20Ethik/
Erinnerungsschreiben
Von: Guido Gürtler [guido.guertler@t-online.de] Gesendet: Freitag, 27. März 2009 08:03 An: 'sekretariat@dbk.de' Betreff: Position der Katholischen Kriche zu "Sind Biokraftstoffe ethisch-sozial verantwortbar?" Anlagen: Biokraftstoffe und Ethik, Stellungnahme der Katholischen Kirche.mht; Artikel (Mai 2008).doc
An den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Erzbischof Dr. Robert Zollitsch
Deutsche Bischofskonferenz Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz Pater Dr. Hans Langendörfer SJ Kaiserstrasse 161 53113 Bonn sekretariat@dbk.de
Sind Biokraftstoffe ethisch-sozial verantwortbar? Bitte um Stellungnahme der Katholischen Kirche
Sehr geehrter Herr Erzbischof, Sehr geehrter Herr Dr. Zollitsch,
in Anbetracht der steigenden Weltbevölkerung und einer potentiellen Nahrungsmittelknappheit ist die Frage nach wie vor aktuell, inwieweit Biokraftstoffe überhaupt ethisch verantwortbar sind.
Dazu hatte ich die Parteien, einschlägige Verbände und die Kirchen um ihre Positionen gebeten, um ein möglichst vollständiges Bild auf meiner dazu eingerichteten Website zeigen zu können, siehe http://www.kaguigu.com/Biokraftstoffe%20und%20Ethik/. Auch der Vatikan antwortete, allerdings nur mit dem Hinweis auf das Kompendium der Soziallehre der Katholischen Kirche, womit noch viel Interpretationsspielraum offen bleibt.
Nach einem Jahr Beschäftigung mit dem Thema möchte ich gerne den Stand der Diskussion und der gewonnen Erkenntnisse zusammenfassend darstellen. Mein Schreiben an Sie vom 14.9.2008 ist nach dem Stand meines Posteingangs bislang leider noch unbeantwortet geblieben.
Deshalb wäre ich Ihnen sehr dankbar, wenn Sie die Position der Katholischen Kirche Deutschlands mitteilen könnten.
Mit freundlichen Grüßen,
Guido Gürtler
Anlage 1: Artikel (Mai 2008) Anlage 2: Schreiben vom 14.9.2008
Antwort vom 22.4.2009 Mit Schreiben dieses Datums wird folgende Antwort gegeben: “Die Deutsche Bischofskonferenz hat keine offizielle Stellungnahme zur genannten Thematik. Gleichwohl werden die Entwicklungen in diesem Bereich von der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen (VI) der Deutschen Bischofskonferenz kritisch verfolgt.”
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