Biokraftstoffe und Ethik

3in1
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Schreiben
Antwort1 der FDP; befürwortet Biokraftstoffe generell
Antwort2 an FDP; wäre es denkbar, die FDP-Politik neu zu formulieren?
Antwort3 von FDP; erste Generation ist nur sehr kurzfristige Lösung
Antwort4 an FDP; auf welche Zeit sollte die zweite Generation begrenzt werden? Wie rasch sollten alternative Antriebsaggregate einsatzfähig sein?
Antwort5 von FDP; ausführlich und viele Punkte klärend
Antwort6 an FDP; sehe die 2. Generation von Biokraftstoffen viel kritischer
Antwort7 von FDP; Nennung von weiteren Kontaktmöglichkeiten
Antwort8 an FDP; Danke
Antwort9 von FDP; Herr Möbius erarbeitet die FDP-Positionierung
Antwort10 an FDP; Danke für Mitberücksichtigung der EKD-Stellungnahme

 

per E-Mail

Herrn Dr. Guido Westerwelle
Vorsitzender der Bundespartei der FDP   fdp-point@fdp.de    5. Juni 2008

Biokraftstoffe und Ethik, Position Ihrer Partei

Sehr geehrter Herr Dr. Westerwelle,

Dem Thema wird kontinuierlich eine höhere Aufmerksamkeit zuteil, bis hin zu einer Stellungnahme des UN-Generalsekretärs, wonach die Umwandlung von Pflanzen in Biokraftstoffe kein richtiger Weg für die Menscheit sein kann.  
Nach meiner Einschätzung sind die ethisch-sozialen Aspekte bisher nicht ausreichend einbezogen worden. Grundgedanken sind deshalb in
anliegendem Artikel ausgeführt, der schlussfolgert, dass

  • Biokraftstoffe ethisch–sozial nicht zu verantworten sind
  • für den künftigen Individualverkehr völlig neue Antriebsaggregate benötigt werden, die keine Derivate von Rohöl mehr benötigen, und dass
  • die Politik zum Handeln aufgefordert ist.

Eine Recherche auf Ihrer Website ergab, dass die Begriffe „Bio“ und „Ethik“ in Ihren Programm-Aussagen mit einer Ausnahme nicht im Kontext von Biokraftstoffen genannt werden; siehe Anlage 2
So lässt sich aus den Beschlüssen des 59. Ord. Bundesparteitages der FDP, München, 31. Mai - 1. Juni 2008 zitieren:
„(fordert)… die Rücknahme der letzten Mineralölsteuererhöhung auf Biokraftstoffe, die zusammen mit dem Beimischungszwang zu deutlichen Benzinpreissteigerungen geführt hat.“ 
Aus diesem Beschluss lässt sich folgern, dass die FDP die Fortsetzung der staatlichen Bezuschussung von Biokraftstoffen fordert und somit die weitere Produktion und Verwendung von Biokraftstoffen gut heißt. 
Man wird aber davon ausgehen können, dass die Ethik-Diskussion an Intensität und Schärfe zunimmt. Deshalb wäre die Position Ihrer Partei von großem Interesse. Für die Mitteilung dieser Position wäre ich Ihnen sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen, 
Guido Gürtler

Anlage1: Artikel (Mai 2008)
Anlage 2: Recherche FDP

P.s.1: Im Sinne politischer Transparenz ist vorgesehen, dieses Schreiben und Ihre Antwort auf der Diskussions-Website http://www.kaguigu.com/Biokraftstoffe%20und%20Ethik/  mit zu veröffentlichen, wozu ich von Ihrem Einverständnis ausgehe.

p.s.2:  Zur Person:
- Familienvater, vier Kinder, elf Enkel, besorgt um die Welt, in der diese leben werden
- Beruflich: Leiter der Unternehmensleitfunktion „Standardisierung und Regulierung“ mit globalem Handlungsrahmen bei Siemens (bis zur Pensionierung)
- Seit 2003 Mitarbeiter des ICC International Chamber of Commerce im internationalen ISO-Projekt 26000 zu „Guidance on Social Responsibility“.

Adresse: (Postadresse nicht in der Webfassung des Schreibens) guido.guertler@t-online.de

 

Antwort1 der FDP:
Von: Christina.Nitz@fdp.de im Auftrag von Helmut.Metzner@fdp.de
Gesendet: Mittwoch, 16. Juli 2008 12:03   An: guido.guertler@t-online.de

Betreff: Ihre E-Mail vom 5. Juni

Sehr geehrter Herr Gürtler,
vielen Dank für Ihre E-Mail vom 05.06.2008. Bitte entschuldigen Sie die späte Antwort.

Bei der Frage der Biokraftstoffe hat sich die FDP bereits im letzten Jahr gegen eine Beimischungsquote ausgesprochen, ebenso gegen eine Besteuerung von Biokraftstoffen. Das hat den Hintergrund, dass Biokraftstoffe im Prinzip vertretbar und erwünschenswert sind. Jedoch müssen deutsche Biomasseerzeuger durch eine Steuerfreiheit auf Biomasse, nicht etwa durch Subventionen, unterstützt werden um wettbewerbsfähig zu bleiben. Erst nach einer Etablierung deutscher Anbieter kann man über eine stufenweise durchgeführte Besteuerung nachdenken. Eine solche Politik verhindert die Schäden an der globalen Umwelt und die hätte der momentanen sehr problematischen Entwicklung auf dem internationalen Nahrungsmittelmarkt entgegen gewirkt. Es ist skandalös, dass hierzulande munter Biomasse aus Ländern der dritten Welt eingekauft wird und dort dafür wichtige Anbaufläche für Nahrungsmittel verloren geht, beziehungsweise weiterhin Regenwälder im großen Stil brandgerodet werden.

Nun ist es die Aufgabe der Politik, dieser Entwicklung durch eine Rücknahme der Besteuerung von Biokraftstoffen und einer Rücknahme der Beimischungspflicht zu begegnen um noch schlimmeres zu verhindern. Dafür steht die FDP.

Mit freundlichen Grüßen
Helmut Metzner

Abt.-Leiter Strategie und Kampagnen  Bundesgeschäftsstelle der FDP   Thomas-Dehler-Haus
Reinhardtstraße 14   10117 Berlin   Tel.: 00 49 (0) 30. 28 49 58 -50   Fax: 00 49 (0) 30. 28 49 58 -52
metzner@fdp.de   www.fdp.de

PS: Gestalten Sie mit uns den Politikwechsel. Machen Sie mit bei der Diskussion zum "Deutschlandprogramm 2009". Mehr dazu unter: www.deutschlandprogramm.de

Antwort3 an FDP:
Von: Guido Gürtler [guido.guertler@t-online.de]   Gesendet: Montag, 21. Juli 2008 13:28
An: 'Helmut.Metzner@fdp.de'

Betreff: AW: Biokraftstoffe und Ethik, Ihre E-Mail-Antwort vom 16. Juli

Sehr geehrter Herr Metzner,

Haben Sie vielen Dank für Ihre Antwort und die dargelegten Argumente, die ich mit Interesse gelesen habe. 
Die Abschaffung von Beimischungsquote und Besteuerung würden sicher geeignet sein, diesen jungen Wirtschaftszweig stärker zu fördern. Beide Maßnahmen würden sicher auch Ihre Aussage stützen, dass Biokraftstoffe im Prinzip vertretbar und wünschenswert sind.

Doch wirft diese Haltung auch gravierende Fragen auf, u.a.:
1. Wird die FDP die Erzeugung von Biokraftstoffen aus Nahrungsmittelpflanzen wie z.B. Mais (die sog. 2. Generation) weiter für gut halten, auch wenn dies zunehmend öffentlich kritisiert wird und auch global immer weniger Unterstützung findet?
3. Wird die FDP die Erzeugung von Biokraftstoffen aus Holz und Stroh (die sog. 2. Generation) ebenfalls gutheißen?

Beides wäre wohl problematisch, denn in dem Grundsatzartikel http://www.kaguigu.com/Biokraftstoffe%20und%20Ethik/html/artikel.html ist ja ausgeführt, weshalb dieser Ansatz ethisch und sozial nicht zu verantworten ist.
Wäre es denkbar, dass die Entscheidungsgremien der FDP in Anbetracht der sich aktuell ändernden politischen Zielsetzungen (auch die EU-Kommission hat die Beimischungsziele zurückgenommen) ihre Position des „im Prinzip vertretbar und wünschenswert“ überdenkt und neu formuliert, in dem sie sich z.B.
- der absehbaren Linie anschließt, Biokraftstoffe der 1. Generation nicht weiter zu unterstützen und letztlich vom Markt zu nehmen, und
- sich entschließt, dass Biokraftstoffe der 2. Generation bestenfalls eine Übergangslösung sein können, mit entsprechend klaren Auflagen (kontrollierter Anbau schnell wachsender Bäume, lokale Erzeugung und Verwendung etc.) und
- Förder- und sonstige Staatsgelder folglich nicht länger in Biokraftstoffe investiert werden, sondern in die Entwicklung neuer Antriebsaggregate, die z.B. auf Wasserstoff- und/oder Elektroantrieb fußen?

Eine solche FDP-Position wäre auch in Einklang mit Ihrer Aussage, die volle Unterstützung verdient, wonach es skandalös ist, für hiesige Transportbedürfnisse Biomasse aus Ländern der Dritten Welt zu importieren oder gar Regenwälder abzubrennen. Sie könnte die für die FDP geltenden ethischen und sozialen Aspekte mit zum Ausdruck bringen.

Wie ist Ihre Einschätzung: wird das Thema in kommenden Wahlkämpfen eine größere Rolle spielen als bisher?

Ihrer Antwort entgegensehend verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,
Guido Gürtler

Antwort3 von FDP:
Von: Christina.Nitz@fdp.de im Auftrag von Helmut.Metzner@fdp.de   Gesendet: Mittwoch, 30. Juli 2008 12:07
An: guido.guertler@t-online.de      Betreff: Ihre E-Mail vom 21. Juli

Sehr geehrter Herr Gürtler,
vielen Dank für Ihre E-Mail vom 21.07.2008.

Ein Gutachten des Beirats beim Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz zeigt, dass die CO2-Minderungskosten beim Biodiesel nur halb so hoch sind wie bei der Produktion von Strom aus Biogas. Es ist also durchaus sinnvoll auf bestimmte Biokraftstoffe zu setzen. Allerdings sind Biokraftstoffe der ersten Generation nur eine sehr kurzfristige Lösung, das ist auch der FDP klar. Sobald Biokraftstoffe der zweiten Generation marktreif sind, müssen sie die Biokraftstoffe der ersten Generation ersetzten. Mittelfristig muss deswegen auf Biokraftstoffe der zweiten Generation gesetzt werden.
Es muss aber darauf geachtet werden, dass die von Ihnen genannten klaren Auflagen erfüllt werden. So muss beispielsweise, wie schon erwähnt, dafür gesorgt werden, dass der Kraftstoff im Inland hergestellt wird, um zu verhindern, dass in der Dritten Welt wichtige Anbaufläche für Nahrungsmittel verloren geht.

Die FDP teilt auch Ihre Meinung, dass langfristig eine Entwicklung weg vom Öl und hin zu neuen Antriebsaggregaten, wie etwa wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen, sichergestellt werden muss. Die damals noch rot-grüne Regierung lehnte schon 2005 die voll gegenfinanzierten Anträge der FDP-Bundestagsfraktion ab, im Umweltetat die Ansätze für die Forschung zur Optimierung von Wasserstoff-Autos zu verdoppeln.

Mit freundlichen Grüßen
Helmut Metzner

Abt.-Leiter Strategie und Kampagnen   Bundesgeschäftsstelle der FDP   Thomas-Dehler-Haus
Reinhardtstraße 14   10117 Berlin   Tel.: 00 49 (0) 30. 28 49 58 -50   Fax: 00 49 (0) 30. 28 49 58 -52
metzner@fdp.de

Antwort 4 an FDP
Von: Guido Gürtler [guido.guertler@t-online.de]   Gesendet: Mittwoch, 30. Juli 2008 17:32  
An: 'Helmut.Metzner@fdp.de'  
Betreff: AW: Ihre E-Mail vom 30. Juli, Biokraftstoffe und Ethik, Entwicklung der FDP-Position

Sehr geehrter Herr Metzner,
Haben Sie herzlichen Dank für Ihre präzisierende Information.

Erfreulich ist Ihre Aussage, wonach die FDP Biokraftstoffe der ersten Generation nur für eine sehr kurzfristige Lösung hält; wie gesagt, unter ethisch-sozialen Gesichtspunkten sollten sie ohne Verzug vom Markt genommen werden.

Ein Setzen auf Biokraftstoffe der zweiten Generation bleibt indessen problematisch, denn Holz und damit Wald ist ja ein anerkannter Klimaregulator und eine CO2-Senke, die anzugreifen unverantwortlich wäre. Auch müssen die Auflagen und Randbedingungen erst noch festgelegt und vor allem in Kraft gesetzt werden. Dieses Inkraftsetzen kann allein national nicht sinnvoll sein, sondern müsste auch in wirksamen internationalen Verträgen und Abkommen vereinbart werden.

Hat die FDP dies auf ihrer „Aktionsliste“ und welches Gremium wäre dafür zuständig? Wird die FDP aus ethisch-sozialen Gründen auch diese Biokraftstoffe als eine bestenfalls vorübergehende Option ansehen, z.B. für 5 -10 Jahre? Wie könnte man zur Formulierung dieser FDP-Position beitragen?

Ihre Aussage zur Entwicklung alternativer Antriebsaggregate verdient volle Unterstützung; danke für diese Klärung. Wenn Sie hier von „langfristig“ sprechen: welchen Zeitraum meinen Sie? Sollten diese nicht so schnell wie irgend möglich einsatzreif gemacht werden, allein schon wegen der Begrenztheit wirtschaftlich nutzbarer Ölvorräte? Wäre es nicht sinnvoll, viel mehr Forschungsgelder hier zu investieren statt in Biokraftstoffe der zweiten Generation?

Mit freundlichem Gruß,
Guido Gürtler

Antwort 5 von FDP, Helmut Metzner
Von: Christina.Nitz@fdp.de im Auftrag von Helmut.Metzner@fdp.de
Gesendet: Donnerstag, 14. August 2008 12:00; An: guido.guertler@t-online.de
Betreff: Ihre E-Mail vom 30. Juli

Sehr geehrter Herr Gürtler,

vielen Dank für Ihre erneute E-Mail vom 30. Juli 2008. Wir sind uns einig, dass die Biokraftstoffe der ersten Generation nur eine sehr kurzfristige Lösung darstellen und dringend ersetzt werden müssen.

Die Biokraftstoffe der zweiten Generation haben gegenüber Bio- Diesel diverse Vorteile. Sie erbringen je Hektar Anbaufläche etwa die vierfache Menge an Brennstoff. Darüber hinaus können alle Pflanzen und Pflanzenbestandteile, landwirtschaftliche Abfälle und Holz als Eingangsstoff verwendet werden. Auf diese Weise besteht bei den Biokraftstoffen der 2. Generation auf absehbare Zeit keine Konkurrenz zwischen Energie- und Nahrungsmittelproduktion. Allerdings bedarf es noch der ausführlichen Forschung, bis die Biokraftstoffe der 2. Generation marktreif sind. Vom Ergebnis dieser Forschungen muss es abhängen, welcher Zeithorizont für die Nutzung dieser Energieform angemessen ist. Bereits heute einen Zeithorizont für deren Nutzung vorzugeben, wie Sie es vorschlagen, halte ich für weniger Ziel führend.

Natürlich sehe auch ich Ihre Einwände gegenüber diesen neuen Biokraftstoffen. Die Förderung von Biokraftstoffen der 2. Generation darf nicht zu Rodungen von Wäldern in Deutschland oder in anderen Ländern führen. Forscher halten es für möglich, gerade kleinere Fabriken zur Herstellung von Biotreibstoffen durch Holz- und andere Biomasseabfälle aus der näheren Umgebung zu versorgen. Außerdem wird auf schnell wachsende Hölzer wie Pappeln und Ahorn“, gesetzt. Das sind robuste und anspruchslose Bäume die auch ohne Dünger und Pestizide gedeihen. Um in diesem Bereich gewisse Standards zu gewährleisten, ist Ihr Vorschlag für eine verstärkte internationale Behandlung dieses Themas mit Sicherheit naheliegend. Die FDP setzt sich im gesamten Bereich der Energiepolitik für eine verstärkte europäische Kooperation ein und will dazu auch außereuropäische Partner mit einbeziehen.

Jedoch macht Ihr Einwand schon deutlich, dass wir uns langfristig nicht auf eine Form der Technik verlassen dürfen. Die FDP setzt in allen Bereichen der Energieversorgung und -erzeugung auf einen breiten Energiemix. Daher fordern wir, wie bereits in meinem letzten Schreiben an Sie formuliert, die Mittel zur Erforschung alternativer Antriebsaggregate wie etwa wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen, deutlich aufzustocken. Auch hier gilt es nicht, den forschenden Unternehmen vorzuschreiben, in welche Richtungen geforscht werden soll. Vielmehr muss ein klarer Rechtsrahmen entwickelt werden, der den Unternehmen Planungssicherheit gibt und Anreize schafft, die Investitionen in Forschung und Entwicklung aufzustocken. Nur ein ausgewogener Energiemix, der aufgrund staatlicher Rahmenbedingungen, vor allem aber aufgrund betriebswirtschaftlicher Entscheidungen in einem funktionierenden Markt zustande kommt, führt langfristig zu den effizientesten Formen der Energieerzeugung und -nutzung, auch im Bereich alternativer Antriebssysteme.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesem Schreiben die FDP- Position im Bereich Biokraftstoffe und alternative Antriebsmethoden näherbringen. Wenn Sie sich an die für diesen Themenkomplex zuständige FDP- Einrichtung wenden wollen, etwa um sich aktiv einzubringen, empfehle ich Ihnen sich zunächst mit Ihrem Landesverband in Verbindung zu setzen und Kontakt zu entsprechenden Landesfachausschüssen (Forschung und Technologie, Umwelt) aufzunehmen. Ansonsten stehe ich Ihnen selbstverständlich auch in Zukunft gerne Rede und Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Helmut Metzner

Abt.-Leiter Strategie und Kampagnen; Bundesgeschäftsstelle der FDP
 

Antwort6 an FDP
Von: Guido Gürtler [guido.guertler@t-online.de] Gesendet: Dienstag, 26. August 2008 20:15
An: 'Helmut.Metzner@fdp.de'

Betreff: AW: Biokraftstoffe und Ethik, Ihre E-Mail vom 14. August

Sehr geehrter Herr Metzner,

haben Sie ganz herzlichen Dank für Ihre ausführliche Mail vom 14.8.. Ich komme erst heute zur Beantwortung, weil wir seit Mitte August Besuch eines unserer Kinder samt Enkeln haben, was meine Prioritäten beeinflusst.

Ich begrüße sehr, dass wir uns einig sind, dass Biokraftstoffe der 1. Generation im Prinzip keine Lösung sind.

Bzgl. derer der 2. Generation stimme ich Ihnen zu, dass sie noch nicht marktreif sind, sehe aber den Sinn weiterer Forschungen zur Herstellung der Marktreife viel kritischer, denn
(a) wird in Anbetracht einer stetig wachsenden Weltbevölkerung doch eine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion entstehen,
(b) ist m.E. abzusehen, dass Biokraftstoffe der 2. Generation mengenmäßig keinen signifikanten Beitrag zur Kraftstoffproduktion leisten können, der die dringende Abkehr von kraftstoffgetriebenen Motoren hinaus schieben könnte, immer angenommen, dass die Menscheit ein bleibendes Interesse an Mobilität hat,
(c) schwerlich ausreichende natürliche Rohstoffe zur Verfügung stehen werden; auch die sog. “schnell wachsenden“ brauchen ca. 15 Jahre zur Ausbildung von Substanz, wie z.B. Birken oder Pappeln, was die Frage aufwirft, wie viel Fläche dafür eigentlich hergenommen werden müsste, und schließlich
(d) Organisation und Aufwand zur Kontrolle des sog. „kontrollierten Anbaus“ kaum in einem volkswirtschaftlich zu rechtfertigenden Nutzen für eine nur vorübergehend verfügbare Technologie stehen werden.

Demgegenüber sind wir uns einig, dass eine zielführendere Lösung in innovativen Antriebsaggregaten liegt. Ich stimme Ihren Aussagen zur Forschung (dritter Absatz Ihres Schreibens) gern zu und frage, ob die FDP darüberhinaus den Standpunkt beziehen könnte, dass keine öffentlichen Forschungsgelder für die Entwicklung von Biokraftstoffen der 2. Generation vergeben werden (ich sehe mit großer Sorge, dass die CDU und die SPD dem eher positiv gegenüber stehen), sondern der Schwerpunkt auf die Entwicklung neuer Antriebsaggregate gelegt wird?

Ihren Ausführungen zu einem ausgewogenen Energiemix stimme ich zu, mit der Anmerkung, dass Biokraftstoffe darin allein schon aus ethisch-sozialen Gründen einen kontinuierlich sinkenden Anteil haben sollten. Dass die FDP auch auf internationale Vereinbarungen setzt, verdient volle Unterstützung.

Zur evtl. Mitwirkung bei der Weiterentwicklung einer FDP-Position zu Biokraftstoffen und Ethik: Ihre Anregung zur Kontaktaufnahme mit dem bayrischen Landesverband der FDP nehme ich gern zur Kenntnis, was allerdings praktisch erschwert ist, weil ich das halbe Jahr nicht in Bayern bin. Vielleicht gibt es noch andere Möglichkeiten; ich werde versuchen, Sie dazu in Kürze anzurufen.

Mit besten Grüßen,
Guido Gürtler

 

Antwort 7:
Von: Christina.Nitz@fdp.de im Auftrag von Helmut.Metzner@fdp.de
Gesendet: Freitag, 5. September 2008 09:18   An: guido.guertler@t-online.de
Betreff: Ihre E-Mail vom 26. August

Sehr geehrter Herr Gürtler,
vielen Dank für Ihre E-Mail vom 26. August und unser Telefonat vom 3. September.

Ihre Mitwirkung bei der Weiterentwicklung der FDP-Position zum Thema Biokraftstoffe kann auch über die Landes- oder Bundesfachausschüsse erfolgen. Informationen zur Arbeit der Landesfachausschüsse und zu Möglichkeiten der Mitwirkung erhalten Sie unter folgenden E-Mail-Adressen.
Der Vorsitzende des bayrischen Landesfachausschusses Verkehr und Bauwesen ist Horst Friedrich und unter
 lfa.verkehr@fdp-bayern.de ansprechbar, der Vorsitzende des Landesfachausschusses Umwelt in Bayern ist Dr. Christoph Eipper. Er ist unter lfa.umwelt@fdp-bayern.de zu erreichen.

Des Weiteren gibt es die Möglichkeit sich an der Arbeit des Bundesfachausschusses (BFA) Umwelt oder Verkehrspolitik zu beteiligen. Der Ansprechpartner und Vorsitzende für den BFA Umwelt ist Horst Meierhofer, erreichbar über horst.meierhofer@bundestag.de. Dr. Tom Reinhold ist für den BFA Verkehr unter
 tom.reinhold@bvg.de ansprechbar.

Ebenfalls bietet sich eine bundesunmittelbare Mitgliedschaft bei der FDP an. Die Mitgliedschaft verläuft dabei nicht über den Kreis- bzw. Landesverband. Diese Form der Mitgliedschaft bieten wir zumeist den im Ausland lebenden an der FDP Interessierten an. Außerdem wäre eine Mitgliedschaft in der Auslandsgruppe Europa der FDP denkbar. Deren Mitglieder sind deutsche Liberale, die außerhalb von Deutschland in Europa wohnen. Zusätzlich gibt es das LV Net, den liberalen Internet-Landesverband unter www.lvnet.fdp.de. Hier können Liberale von überall auf der Welt rund um die Uhr Politik- und Programminhalte der FDP erarbeiten.

Zudem können Sie sich an der Online- Debatte zum Deutschlandprogramm 2009 unter
 www.deutschlandprogramm.de beteiligen und im Dialog mit anderen den Politikwechsel gestalten.

Vielen Dank für Interesse und Ihre Bereitschaft mitzuwirken.

Mit freundlichen Grüßen
Helmut Metzner

Abt.-Leiter Strategie und Kampagnen  Bundesgeschäftsstelle der FDP  Thomas-Dehler-Haus
Reinhardtstraße 14  10117 Berlin  Tel.: 00 49 (0) 30. 28 49 58 -50  Fax: 00 49 (0) 30. 28 49 58 -52
metzner@fdp.de
www.fdp.de
www.muntermachermetzner.de

PS: Gestalten Sie mit uns den Politikwechsel. Machen Sie mit bei der Diskussion zum "Deutschlandprogramm 2009". Mehr dazu unter: www.deutschlandprogramm.de

 

Antwort 8:
Von: Guido Gürtler [guido.guertler@t-online.de]  Gesendet: Freitag, 5. September 2008 11:37
An: 'Helmut.Metzner@fdp.de'   Betreff: AW: Ihre E-Mail vom 3. Sept

Sehr geehrter Herr Metzner,
haben Sie vielen Dank für die Nennung dieser „Anschlusspunkte“. Beim ersten Blättern zeigt sich, dass etliche Beiträge im Deutschlandprogramm der FDP unter der Überschrift „Schwarz-Rote Biokraftstoff-Politik stoppen“ auch die ethisch-sozialen Bedenken äußern, die ich im Artikel auf meiner Website ausgeführt habe (http://www.kaguigu.com/Biokraftstoffe%20und%20Ethik/html/artikel.html ); sehr erfreulich.

Ich werde prüfen, an welcher Stelle mein Gedankengut am besten in eine möglicherweise weiterentwickelte
FDP-Position zu Biokraftstoffen einbringbar ist.

Mit besten Grüßen,
Guido Gürtler

Antwort 9 von FDP:
Von:
Stefan.Moebius@fdp.de  Gesendet: Mittwoch, 29. Oktober 2008 11:42
An: 
guido.guertler@t-online.de  Betreff: FDP-Position zum Thema Biokraftstoffe
Sehr geehrter Herr Gürtler,
vielen Dank für Ihre Email vom 25. Oktober 2008. Herr Metzner hat die Nachricht an mich weitergeleitet. Ich beschäftige mich in der FDP- Bundesgeschäftsstelle mit den Bereichen Umwelt und Energie. Wir werden die Argumente aus der Stellungnahme bei unserer Positionierung berücksichtigen.
Ich würde mich freuen wenn Sie sich auch in Zukunft mit Fragen oder Anregungen an mich wenden.
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Möbius
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Politikwissenschaftler M.A.  Referent Kampagnen   FDP- Bundesgeschäftsstelle
Abteilung Strategie und Kampagnen  Reinhardtstraße 14  10117 Berlin
Tel.: 030/ 28 49 58- 981  Fax: 030/ 28 49 58- 52  Email:
stefan.moebius@fdp.de

 

Antwort 10 an FDP:
Von: Guido Gürtler [guido.guertler@t-online.de] 
Gesendet: Freitag, 31. Oktober 2008 17:19
An:
'Stefan.Moebius@fdp.de'  Betreff: AW: FDP-Position zum Thema Biokraftstoffe
Sehr geehrter Herr Möbius,
Haben Sie vielen Dank für diesen Kontakt und unser Telefonat diese Woche. Mit weiteren Fragen und Argumenten werde ich mich gerne an Sie wenden. Vielleicht sind Ihnen auch die unter
http://www.kaguigu.com/Biokraftstoffe%20und%20Ethik/html/wichtige_zahlen.html#wichtigezahlen   zusammengetragenen Zahlen eine kleine Hilfe. 
Ich danke besonders, dass Sie die EKD-Stellungnahme bei der Positionierung der FDP mit berücksichtigen wollen. 
Mit besten Grüßen, 
Guido Gürtler

 

 

 

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